Ummagumma
Ummagumma
| Zu Beginn des
neuen Jahrzehnts waren Pink Floyd immer noch auf
Richtungssuche und machten eine Art Identitätskrise durch. Das nächste Floyd-Album - ihr erstes auf dem „progressiven" HarvestLabel von EMI und außerdem eine Doppel-LP - brachte musikalisch keine Neuerungen. Die erste Platte, aufgenommen im College of Commerce in Manchester und dem Mother's Club in Birmingham (seit langem eine Floyd-Hochburg) präsentierte hervorragende Live-Remakes von „Astronomy Domine", „Careful With That Axe, Eugene", „Set The Controls For The Heart Of The Sun" und „A Saucerful Of Secrets". (Auf „Interstellar Overdrive", nach wie vor ein Konzerthit, wurde im letzten Moment verzichtet.) |
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Die Beliebtheit des Albums beruhte hauptsächlich auf diesen Tracks, vor allem in Amerika, wo nur wenige Hörer die Originale kannten - und wo Ummagumma so häufig von den Rocksendern gespielt wurde, dass es bald der erste Brückenkopf von Pink Floyd in den Top 100 wurde. Trotz des legendären Rufs, den die Konzerte der Band genossen, blieb dies das einzige offizielle Livealbum von Pink Floyd bis zur Veröffentlichung von A Delicate Sound Of Thunder neunzehn Jahre später. Es lag vor allem an der Qualität ihrer Shows, dass Pink Floyd im September 1969, einen Monat vor dem Erscheinen von Ummagumma, in der jährlichen Leserumfrage des Melody Maker zur sechstbeliebtesten Gruppe gewählt wurden. Allerdings fand sich kein Bandmitglied in der Hitliste der besten Musiker wieder - eine Situation, an der selbst Ummagumma nichts änderte. Die Studioplatte des Doppelalbums Ummagumma entstand aus Rick Wrights Unzufriedenheit mit den engen Grenzen, die einer reinen Rockband gesetzt waren; er wollte die Möglichkeit haben, „richtige Musik" zu komponieren. So erhielten Pink Floyd grünes Licht, eine halbe LP-Seite für Soloexperimente zu verwenden, was zwangsläufig zu „abgefahrener Musik" führen musste. |
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Es war eine Übung, für die nur Roger die technischen Voraussetzungen mitbrachte, was Rick nur bestätigen konnte, der „Sysyphus", seine Keyboardkomposition in vier Sätzen, inzwischen als „prätentiös" abtut. Dave hat zugegeben, dass er sich durch „The Narrow Way", dessen Text aufgrund der Zweifel des Autors an seinen eigenen dichterischen Fähigkeiten fast unhörbar leise gesungen wurde, „einfach durchgemogelt" hat; Waters, der später die Texte zu allen Floyd-Songs von Gilmour und Wright schrieb, lehnte es in diesem Fall ab. Der Waters-Song „Embryo" wurde ebenfalls bei dieser Session aufgenommen, doch er passte nicht ins Ummagumma-Konzept. Obwohl Roger behauptete, er wäre noch nicht fertig, erschien „Embryo" schließlich 1983 auf der amerikanischen Capitol-Sammlung Works. Das vielleicht interessanteste Stück - oder das am wenigsten langweilige - war Rogers akustische Cambridge- Träumerei „Grantchester Meadows", auf der die Flügelschläge echter Schwäne sowie das entnervende Summen einer Biene zu hören sind, was bei nicht wenigen Hörern den Drang erweckte, mit der Ummagumma-Hülle nach dem aufdringlichen Insekt zu schlagen. |
Ummagumma - „Wir haben es genommen, weil es interessant und hübsch klang."
| Von Waters
stammte außerdem das treffend betitelte Stück „Several Species Of Small Furry Animals Gathered Together In A Cave And Grooving With A Pict", dessen rhythmisch orchestrierte Menagerie das „Good Morning, Good Morning" der Beatles deklassiert, bevor sie in eine verrückte, schottisch klingende Tirade übergeht. „Ich bin oft gefragt worden, ob ich der Sprecher war", sagt Ron Geesin. „Ich hatte damals regelmäßig für die John-Peel-Sendung gearbeitet und noch viel abseitigere Sachen gemacht. Vielleicht hat mein großes Repertoire an schottischen Schimpfwörtern Roger inspiriert, aber wahrscheinlich war es bloßer Zufall. Schließlich hatten wir beide schottische Mütter und englische Väter." Die SF-Liebhaber unter den Floydianem vermuteten, dass sich der rätselhafte Titel auf die Umma genannten Weisen im Wüstenplaneten bezog; |
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Ummagumma Live Album 01. Astronomy Domine (Barrett) – 8:28 min 02. Careful with that Axe, Eugene (Waters/Wright/Mason/Gilmour) – 8:47 min 03. Set The Controls For The Heart Of The Sun (Waters) – 9:22 min 04. A Saucerful of Secrets (Waters/Wright/Mason/Gilmour) – 12:49 min Studio Album 01. Sysyphus Part 1-4 (Wright) – 13:17 min 02. Grantchester Meadows (Waters) – 7:28 min 03. Several Species Of Small Furry Animals Gathered Together In A Cave And Grooving With A Pict (Waters) – 4:57 min 04. The Narrow Way Part 1-3 (Gilmour) – 12:14 min 05. The Grand Vizier's Garden Party (Mason) – 8:45 min Gesamtspielzeit: 86:07 min |
| Immerhin war damals die Rede davon, dass die Band
die Filmmusik zu diesem Frank-Herbert-Epos schreiben sollte. Aber laut Nick Mason (dessen neunminütiges, elektronisch bearbeitetes Trommelsolo das Album beendet) war „Ummagumma" in Wirklichkeit ein „Slangausdruck für Geschlechtsverkehr", den Syd, Roger und Dave in Cambridge aufgeschnappt hatten. „Es ist nur ein Wort. Wir haben es nicht genommen, weil es irgendetwas bedeutet, sondern weil es interessant und hübsch klang." Ummagumma präsentierte außerdem eines der fraglos „trippigsten" Covers von Hipgnosis, das Pink Floyd neben einem Bild von Pink Floyd zeigte, das Pink Floyd neben einem Bild von Pink Floyd zeigte ... und endlos so weiter. |
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Quellen
Pink Floyd: Vom Underground zur Rock-Ikone
Nicholas Schaffner
/ ISBN:3854452489

